Glaubwürdig und lesenswert gestalten

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Weshalb auch mittelständische Unternehmen Wert auf Nachhaltigkeitsberichte legen sollten

Spätestens Ende 2016 wird auch Deutschland die im April 2014 vom EU-Parlament beschlossene Richtlinie 2014/95 umsetzen. Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern werden zur Vorlage eines Nachhaltigkeitsberichtes verpflichtet . Die Berichterstattung über Nachhaltigkeit wird dadurch nicht mehr ein freiwilliges Trendthema, sondern gehört zukünftig zum festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation.

Auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen wachsen die Anforderungen, Informationen über die Auswirkungen des wirtschaftlichen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Ein glaubwürdiges Engagement im Bereich Nachhaltigkeit verbessert Image und Kundenbindung.

Die Vorteile der Berichterstattung:

  • Konsumenten achten zunehmend auf die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen wirtschaftlichen Handelns
  • Große Unternehmen und die öffentliche Hand bevorzugen Zulieferer, die Daten zur Nachhaltigkeit vorweisen
  • Unternehmen sichern sich eine bessere Position gegenüber Wettbewerbern ohne Bericht
  • Unternehmen werden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen

Nachhaltigkeitsreport

Nachhaltigkeit kommunizieren

Nachhaltigkeit ist ein Trendthema. „Inzwischen stellt sich nicht mehr die Frage, ob ein Unternehmen über Nachhaltigkeit berichten sollte. Die entscheidende Frage lautet: Was sollte es berichten, und wie macht es das am besten?“, so der Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit bei KPMG, Prof. Dr. Jochen Pampel. Wem nachhaltige Werte wichtig sind, sollte dies auch in der Gestaltung der Publikation zeigen. Einige Tipps erfahren Sie im Artikel.

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Nachhaltigkeitsstandards

Wert auf Werte legen

Gute und glaubwürdige Bericht­erstattung zählen zu wichtigen Instrumenten der Unternehmens­kommunikation. Denn egal wie groß das nachhaltige Wirtschaften ist: Wichtig ist darüber zu reden. Doch welche Vorraus­setzungen haben ein Report?

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Nachhaltigkeitsreport

Nachhaltigkeit kommunizieren

Nachhaltigkeitsbericht gestalten

Mitte April 2014 hat das EU-Parlament beschlossen, dass Unternehmen zur Vorlage eines Nachhaltigkeits­berichtes verpflichtet werden. Die Bericht­erstattung über Nachhaltigkeit ist dadurch nicht mehr ein freiwilliges Trend­thema, sondern gehört zukünftig zum festen Bestandteil der Unternehmens­kommunikation. Fast drei Viertel aller Unternehmen welt­weit erstellen bereits einen Nachhaltigkeits­bericht, laut einer Studie der Wirtschafts­prüfungs­gesellschaft KPMG.

„Inzwischen stellt sich nicht mehr die Frage, ob ein Unternehmen über Nachhaltigkeit berichten sollte. Die entscheidende Frage lautet: Was sollte es berichten, und wie macht es das am besten?“, so der Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit bei KPMG, Prof. Dr. Jochen Pampel. Im Gegensatz zum Geschäfts­bericht gibt es für den Nachhaltigkeits­bericht keine rechtliche Vorschriften. Der „Rat für Nachhaltige Entwicklung“ (RNE), ein Beratungs­gremium mit Mandat der Bundes­regierung, empfiehlt die Bericht­erstattung nach dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI A+) oder des Dach­verbands der europäischen Finanz­analysten (EFFAS Level III).

Ein Nachhaltigkeits­bericht nach GRI beinhaltet vier Themen­bereiche: die Unternehmens­vorstellung und Management­strategie, die ökonomische Dimension, die soziale Dimension und die ökologische Dimension. Indikatoren wie Menschen­rechte, Arbeits­bedingungen und Produkt­verantwortung können dazugehören, sind jedoch abhängig von der Art des Unternehmens, ob internationale Produktion, Dienst­leistung, ein lokaler Verein oder eine Kommune. Mittlerweile helfen Beratungs­agenturen die Berichts­daten zu sammeln und aufzubereiten.

Excel­tabelle mit Vorwort? Von der Pflicht zur Kür.

Eine Aufstellung der Daten reicht allerdings nicht aus, um der interessierten Öffentlichkeit das Nachhaltigkeits­engagement nahe zu bringen. Ein Report darf kein dröger, nüchterner Bericht mit Zahlen­grab oder diverse Excel­tabellen mit Vorwort sein. Wem nachhaltige Werte wichtig sind, sollte dies auch in der Wertigkeit der Publikation zeigen. Deshalb gehen Gestaltung und Inhalt zunehmend an externe Dienst­leister, Grafik­designer und Journalisten.

Allerdings sind auch Hochglanz­broschüren mit Werbe­fotos von Wildbach, Blumen­wiese und unternehmens­fremden Bild­welten unglaubwürdig und kontra­produktiv. Mit kreativem Konzept, ästhetischem Layout und journalistischer Expertise kann ein lebendiger Report entstehen. Fall­beispiele von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten können das Engagement glaubwürdig vermitteln. Die Darstellung komplexer Zusammenhänge durch Grafiken machen verständlich, was tausend Worte nicht beschreiben können, und Bild­reportagen erklären Betriebs­abläufe lebensnah. Auch der Lebens­zyklus eines Produkts, als Reportage in den einzelnen Themen­bereichen beschrieben, kann die nachhaltigen Dimensionen des Unternehmens unterhaltsam vermitteln.

Je wichtiger Nachhaltigkeit für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens wird, umso mehr wird sich das zukünftig in der visuellen Aufmachung des Berichts widerspiegeln.

Auf einen Blick:

  • Entwicklungen und komplexe Zusammenhänge können durch Grafiken und Bilder besser dargestellt werden
  • mit Fotos und Reportagen kann ein Eindruck vom Unternehmen, den Betriebs­abläufen und den Mitarbeitern hergestellt werden
  • Stellung­nahmen von Personen aus dem Umfeld des Unternehmens steigern die Glaubwürdigkeit (z. B. Stakeholder: Kunden, Lieferanten, Anleger, Wissenschaft)
  • Nachhaltigkeits­berichte sind keine Werbe­prospekte
  • Daten- und Zahlen übersichtlich darstellen
  • Transparenz, schreiben Sie auch, wo es noch Defizite gibt
  • verständliche und lebensnahe Schilderung, auch für den Laien

Vom Autor gestalteter Nachhaltigkeits­bericht (PDF) ist unter folgendem Link erhältlich:
Nachhaltigkeitsbericht der CargoLine

Interessante Links zum Thema Nachhaltigkeitsreport:
globalreporting.org
nachhaltigkeitsrat.de
baumev.de Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management

Nachhaltigkeitsstandards

Wert auf Werte legen

Gute und glaubwürdige Bericht­erstattung zählen zu wichtigen Instrumenten der Unternehmens­kommunikation. Denn egal wie groß das nach­haltige Wirtschaften ist: Wichtig ist darüber zu reden. Doch welche Vorraus­setzungen haben ein Report?

Standards dienen der Vergleichbarkeit

Wie detailliert ein Unternehmens­bericht sein soll gibt es bisher noch keine gesetzlichen Vorgaben. Nahezu drei viertel der weltweit größten 250 Aktien­gesellschaften verwendeten den GRI Standard für ihren Report. Im Jahr 2000 veröffentlichten die Global Reporting Initiative (GRI) erstmals Leitlinien, die seither mehrmals überarbeitet wurden. Die jüngste Version „G4“ ist ab dem Jahr 2016 für die Zertifizierung nach GRI bindend.

Weitere Berichts­standards sind die Fortschritts­berichte an den United States Global Compact (UNGC), der Sustainability Code des Deutschen Nachhaltigkeits­kodex (DNK) und das International Integrated Reporting Council (IIRC).

Die Struktur eines Nachhaltigkeits­berichts

Die Kern­inhalte eines Berichts sind in „Wirtschaftlich“, „Ökologisch“ und „Gesellschaftlich“ unterteilt. Die Kategorie „Gesellschaftlich“ ist darüber hinaus in vier Unter­kategorien unter­teilt, welche folgendes beinhalten: Arbeits­bedingungen und menschen­würdige Beschäftigung, Menschen­rechte, Gesellschaft und Produkt­verantwortung.

Nicht zu allen aufgeführten Themen müssen eine Organisation oder ein Unternehmen Daten liefern. Allerdings sollte in dem Fall erläutert werden warum keine Informationen gemacht werden können. Der Verzicht auf Angaben ist für große Unternehmen allerdings nur nach­vollziehbar, wenn für eine ganze Branche das Thema irrelevant ist.

GRI-Struktur
Tabelle als PDF

Daten erfassen - Werte einordnen - Validierung

Bedeutend beim Start eines Berichts ist die Planung und Ausrichtung: Identifizieren der Stakeholder und wichtiger Themen für das Unternehmen. Die Ermittlung der Daten kann leicht einige Monate dauern, gerade wenn das erste Mal ein Bericht erstellt wird. Neben dem Nachhaltigkeits- oder CSR-Beauftragten im Unternehmen können Unternehmens­berater und spezialisierte Software die Erstellung eines Reports unterstützen. Die Glaub­würdigkeit eines Reports kann durch externe professionelle Dienst­leister, wie etwa ein Wirtschafts­prüfungs­unternehmen, erhöht werden. Rund 38 Prozent aller Berichte weltweit erhielten 2011 eine externe Prüf­bescheinigung.

Berichte lebendig gestalten

Kommunikation basiert auf Geschichten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch ein Nachhaltigkeits­bericht keine nüchterne Auflistung von Tabellen ist, sondern inhaltlich und gestalterisch eine Story transportiert. Wem nachhaltige Werte wichtig sind, der sollte das auch in der Wertigkeit seiner Publikationen zeigen.

Die Verbreitung des Berichts sollten alle Nutzungs­gewohnheiten der Leser abdecken:
von der klassischen gedruckten Version bis hin zur digitalen Version für Browser und App für Tablet und Smartphone.

Organisationen und Standards:
globalreporting.org
deutscher-nachhaltigkeitskodex.de
unglobalcompact.org
integratedreporting.org
Software:
360report.org
Publikationen:

In 7 Schritten zum Nachhaltigkeitsbericht

bdi.eu/Publikationen-Flyer_19859.htm